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Kragarmregal oder Palettenregal: Welches System passt zu Ihren Gütern?

vor 7 Tagen
4 Min. Lesezeit

Die Wahl des richtigen Regalsystems entscheidet darüber, wie effizient, sicher und wirtschaftlich Ihr Lager arbeitet. Kragarmregale eignen sich insbesondere für langes, sperriges oder unterschiedlich dimensioniertes Lagergut, während Palettenregale bei standardisierten Ladeeinheiten und hoher Umschlagfrequenz ihre Vorteile voll entfalten. Welches System konkret zu Ihren Gütern und Prozessen passt und wann sich sogar eine Kombination beider Systeme lohnt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Kragarmregale sind die erste Wahl für langes, sperriges oder unregelmäßig geformtes Lagergut wie Rohre, Profile oder Holzdielen.

  • Palettenregale punkten bei standardisierten Ladeeinheiten, hoher Umschlagfrequenz und direktem Gabelstaplerzugang.

  • Beide Systeme lassen sich in einem Lager kombinieren, wenn unterschiedliche Gütertypen gelagert werden müssen.

  • Die Entscheidung hängt maßgeblich von den Abmessungen, dem Gewicht und der Handhabung der Güter sowie den verfügbaren Flurförderzeugen ab.

  • Eine fachkundige Lagerplanung verhindert kostspielige Fehlinvestitionen und schöpft die vorhandene Hallenfläche optimal aus.

Zwei unterschiedliche Lagerprinzipien im direkten Vergleich

Beide Systeme folgen grundlegend verschiedenen Konstruktionsprinzipien. Das Kragarmregal besteht aus vertikalen Stützen, an denen horizontal auskragende Arme befestigt sind. Diese Arme können je nach Bedarf in Höhe und Länge angepasst werden, sodass auch sehr langes oder unregelmäßig geformtes Gut frei zugänglich bleibt. Trennwände oder Traversen zwischen den Lagerplätzen gibt es nicht, was die Einlagerung flexibel gestaltet. Je nach Lagergut kann das Regal zudem zusätzlich mit Auflagen, Böden oder Armbrücken ausgestattet werden.

Das Palettenregal hingegen basiert auf einem Rahmensystem aus Stützen und horizontal verlaufenden Traversen. Die Ebenen sind auf standardisierte Paletten ausgelegt, typischerweise Europaletten mit den Maßen 800 × 1.200 mm. Jede Palettenposition ist klar definiert und direkt per Gabelstapler erreichbar. Die Konstruktion ist auf eine hohe Fachlast und einen schnellen Umschlag ausgelegt.

Was ist Langgut? Als Langgut werden längliche Lagergüter bezeichnet, bei denen die Länge im Verhältnis zu Breite und Höhe deutlich überwiegt. Typische Beispiele sind Rohre, Stangen, Stahlprofile, Holzbalken, Bretter oder Leitern. Aufgrund ihrer Geometrie lassen sich solche Güter häufig besonders komfortabel in Kragarmregalen lagern, da die offenen Lagerplätze einen direkten Zugriff auf unterschiedliche Längen und Abmessungen ermöglichen.

Für welche Güter ist das Kragarmregal die beste Wahl?

Das Kragarmregal zeigt seine Stärken überall dort, wo Güter durch ihre Länge, Sperrigkeit oder unregelmäßige Form eine besondere Lagerung erfordern. Da keine Trennwände den Zugang versperren, lässt sich Langgut seitlich einlagern und ohne Umsortieren entnehmen. Das spart Zeit und schont das Material.

Kragarmregal-Schwerlastregal mit Langgut wie Profilen und Platten auf den Kragarmen

Typische Einsatzbereiche und Lagergüter für Kragarmregale:

  • Stahlhandel und Metallverarbeitung: Rohre, Flachstähle, Winkelprofile, Rund- und Vierkantmaterial

  • Holzhandel und Zimmereien: Kanthölzer, Dachlatten, Bretter und Brettschichtholz

  • Kunststoffverarbeitung: Rohre, Platten, Stäbe und Hohlprofile

  • Baumarkt und Baustoffhandel: Leitern, Paneele, Terrassendielen und Dämmplatten

  • Maschinenbau und Industrie: Wellen, Schienen, Linearführungen und ähnliche Bauteile

Wann bleibt das Palettenregal die wirtschaftlichere Wahl?

Bei standardisierten Gütern auf Paletten oder in Gitterboxen ist das Palettenregal die effizientere Lösung. Die klar definierten Lagerplätze ermöglichen eine präzise Bestandsführung und einen schnellen Zugriff per Gabelstapler. Besonders bei häufigem Warenumschlag zahlt sich die Struktur des Systems wirtschaftlich aus.

Palettenregal mit beladenen Paletten in der Lagerhalle, Gabelstapler in der Regalgasse

Die folgende Tabelle gibt eine Orientierung, welches System für bestimmte Gütertypen geeignet ist.

Gütertyp

Typische Abmessungen

Empfohlenes System

Europalette mit Stückgut

800 × 1.200 mm

Palettenregal

Gitterbox mit Schüttgut

800 × 1.200 mm

Palettenregal

Stahlrohr/Profil

ab ca. 1.500 mm Länge

Kragarmregal

Holzbohlen/Kanthölzer

ab ca. 2.000 mm Länge

Kragarmregal

Kartonware auf Palette

800 × 1.200 mm

Palettenregal

Kunststoffplatten

variable Längen und Breiten

Kragarmregal

Zuordnung von Gütertypen zu geeigneten Regalsystemen nach Abmessungen und Handhabung

Mischlager im Blick: Wann sich beide Systeme kombinieren lassen

In vielen Betrieben fallen beide Gütertypen an: standardisierte Paletten auf der einen Seite, Lang- und Sperrgut auf der anderen. Ein Mischlager aus Kragarmregalen und Palettenregalen ist in solchen Fällen die Antwort. Voraussetzung ist eine durchdachte Hallenplanung, die die Verkehrswege, die Zugänglichkeit und die verwendeten Flurförderfahrzeuge von Beginn an berücksichtigt.

Kriterien für eine sinnvolle Kombination beider Regalarten:

  • Im Sortiment sind dauerhaft sowohl palettierfähige als auch nicht palettierfähige Güter vorhanden.

  • Die Hallenfläche erlaubt getrennte Lagerzonen mit eigenen Zufahrtswegen.

  • Unterschiedliche Flurförderfahrzeuge oder Handlingmethoden sind bereits im Einsatz.

  • Das Lager wächst schrittweise und soll erweiterbar bleiben.

  • Die Sicherheitsanforderungen und das Brandschutzkonzept wurden für beide Systeme geprüft.

FAQ

Können Kragarmregale auch schwere Palettenware aufnehmen?

Kragarmregale sind vor allem für Langgut und sperrige Güter ausgelegt. Je nach Konstruktion und Ausstattung können sie jedoch auch Paletten und andere Ladeeinheiten aufnehmen. Für überwiegend standardisierte Palettenware bietet das Palettenregal häufig die passendere Lösung, insbesondere wenn viele definierte Palettenstellplätze und ein schneller Zugriff gefragt sind.

Werden Regale mit Flurförderzeugen be- und entladen, muss der erforderliche Anfahrschutz entsprechend der Gefährdungsbeurteilung und den einschlägigen Anforderungen geplant werden. Für ortsfeste Regale sind insbesondere Eckbereiche und Durchfahrten zu berücksichtigen. Innerhalb der Regalgassen können zusätzliche Stützenschutzeinrichtungen sinnvoll sein.

Kragarmregale benötigen aufgrund ihrer offenen Bauweise mehr Gangbreite als Palettenregale. Bei Palettenregalen lassen sich die Gänge durch Schmalgangstapler deutlich enger gestalten, was die Flächeneffizienz erhöht. Welches System bei Ihrer konkreten Hallengröße und Gutmenge effizienter ist, lässt sich verlässlich nur im Rahmen einer individuellen Lagerplanung ermitteln.

Fazit: So treffen Sie die richtige Systementscheidung für Ihr Lager

  • Analysieren Sie Ihre Güter nach Länge, Form und Gewicht, bevor Sie sich für ein System entscheiden.

  • Planen Sie Sicherheitszubehör wie Anfahrschutz von Anfang an ein.

  • Denken Sie bei einem gemischten Sortiment an ein kombiniertes Lagersystem mit klaren Zoneneinteilungen.

  • Lassen Sie Ihre Hallenmaße und Verkehrswege professionell in einer CAD-gestützten Planung prüfen.

Wir unterstützen Sie bei mk-Lagertechnik von der ersten Analyse bis zur fertigen Montage. In unserem Sortiment für Lagertechnik finden Sie Regalsysteme, die genau auf Ihre Anforderungen abgestimmt werden können. Sprechen Sie uns an, damit wir gemeinsam das passende System für Ihr Lager entwickeln.

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