Fachbodenregal Vor- und Nachteile: Was spricht dafür und wann lohnt sich eine Alternative?
Aktualisiert: 31. Aug.
Das Fachbodenregal gilt als Klassiker im Lager. Doch nicht jedes Gut und nicht jede Anforderung lässt sich damit optimal abbilden. Es überzeugt überall dort, wo Kleinteile, Kommissionsware oder Handelsartikel gelagert werden, und stößt bei Paletten oder Langgut schnell an seine Grenzen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Stärken das Fachbodenregal auszeichnen, wo es nachgibt und wann der Wechsel zu einem anderen System wirtschaftlich sinnvoll ist.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
Fachbodenregale eignen sich besonders für Kleinteile, Kommissionsware und handliche Güter bis zu mittleren Traglasten.
Die Montage erfolgt ohne Verschraubung im Stecksystem und ist schnell sowie kosteneffizient umsetzbar.
Bei Paletten, sehr schweren Gütern oder Langgut sind Palettenregale oder Kragarmregale die wirtschaftlichere Wahl.
Varianten wie das Schrägbodenregal unterstützen spezifische Lagerstrategien wie das FIFO-Prinzip.
Vor einer Entscheidung für ein Regalsystem empfiehlt sich eine professionelle Lageranalyse, bei größeren oder komplexeren Lagern auch eine CAD-Planung.
Was macht das Fachbodenregal zum Allrounder im Lager?
Das Fachbodenregal ist ein Stecksystem ohne Werkzeug, das ohne Verschraubung aufgebaut wird. Die einzelnen Fachböden lassen sich in 33 mm Schritten in der Höhe verstellen, sodass sich das Regal an unterschiedliche Produktgrößen oder Regal- und Materialflusskästen anpassen lässt. Typische Fachlastwerte liegen bei bis zu 330 kg pro Boden, immer abhängig von gewünschter Tiefe und Länge des Fachbodens.
Einsatz findet es überall dort, wo Waren manuell eingelagert und entnommen werden: im Lager, in der Werkstatt, im Büro oder im Handel. Maschinenzubehör, Bauteile, Versandware und Archivgut lassen sich damit ebenso ordnen wie Kleinteilekisten im E-Commerce. Die Modularität macht es zum ersten Griff, wenn Lagerfläche schnell strukturiert werden muss.

Diese Vorteile sprechen klar für ein Fachbodenregal
Fachbodenregale sind die ideale Lagerlösung für den Mittelstand und kleinere Betriebe. Die Investitionskosten fallen im Vergleich zu schweren Regalsystemen deutlich geringer aus. Gleichzeitig erlaubt das Stecksystem eine schnelle Aufstellung und Erweiterungen lassen sich jederzeit nachrüsten.
Typische Einsatzszenarien, in denen sich das Fachbodenregal besonders bewährt:
Versandlager mit kleinteiligen Produkten und wechselndem Sortiment
Werkstätten mit Maschinenzubehör, Ersatzteilen und Werkzeug
Handelsbetriebe mit manueller Kommissionierung
E-Commerce-Lager mit hohem Pickaufkommen und variabler Artikeltiefe
Archiv- und Bürobereiche mit Ordnern, Akten und Dokumentenboxen
Ob ein lackiertes Fachbodenregal, ein verzinktes Fachbodenregal für Feuchträume, ein Archivregal für Büros oder ein Rollregal für Bereiche mit wenig Platz: Die Variantenvielfalt macht das System anpassungsfähig an viele Umgebungen.
Wo das Fachbodenregal an seine Grenzen stößt
Sobald Güter auf Paletten angeliefert werden, überfordert die Handbeschickung den Lagerprozess und das Fachbodenregal wird ineffizient. Auch bei sehr schweren, sperrigen oder unhandlichen Gütern fehlen dem System die nötige Tragkraft und die passenden Regaltiefen.
Ein weiterer Schwachpunkt: die begrenzte Nutzung mit Flurförderfahrzeugen. Gabelstapler oder Hochhubwagen lassen sich in Fachbodenregalanlagen kaum sinnvoll einsetzen. Wer auf automatisierte oder teilautomatisierte Prozesse setzt oder mit großen Lagermengen arbeitet, wird mit einem Fachbodenregal schnell an organisatorische Kapazitätsgrenzen stoßen. Für Langgut wie Rohre, Profile oder Holzbalken scheidet es vollständig aus.
Wann lohnt sich stattdessen eine Alternative wie Palettenregal oder Kragarmregal?
Die Wahl des richtigen Regalsystems hängt von Gütertyp, Gewicht und Handlingprozess ab. Die folgende Übersicht zeigt, welches System für welche Anforderung besser geeignet ist.
Gütertyp | Gewicht / Handling | Empfohlenes System |
Paletten, Gitterboxen | schwer, Stapler-Handling | |
Kleinteile, Kommissionsware | leicht bis mittel, manuell | |
Langgut (Rohre, Profile, Holz) | variabel, manuell/Kran | |
verderbliche Waren, FIFO-Pflicht | leicht bis mittel, manuell |
Gegenüberstellung von Gütertypen und empfohlenen Regalsystemen nach Gewicht und Handling.
Folgende Warnsignale deuten darauf hin, dass ein Systemwechsel notwendig sein könnte:
Paletten werden manuell umgepackt, nur um ins Fachbodenregal zu passen.
Die Fachlast reicht für das tatsächliche Gütergewicht nicht aus.
Langgut wird provisorisch und unsicher auf Böden abgelegt.
Prozesse verzögern sich, weil Stapler nicht eingesetzt werden können.
Die DGUV-konforme Lagerung ist mit dem aktuellen System nicht mehr gewährleistet.
FAQ
Ab welcher Traglast wird ein Fachbodenregal unwirtschaftlich?
Fachbodenregale sind in der Regel bis zu einer Fachlast von ca. 330 kg je Fachboden ausgelegt. Übersteigen die Gütergewichte diesen Bereich regelmäßig, ist ein Palettenregal oder Schwerlastregal wirtschaftlich und sicherheitstechnisch die bessere Wahl.
Lässt sich ein Fachbodenregal nachträglich erweitern?
Ja. Das modulare Stecksystem erlaubt eine nachträgliche Erweiterung in Höhe, Breite und Tiefe, sofern baugleiche oder kompatible Komponenten verwendet werden. Eine fachkundige Prüfung ist dabei empfehlenswert, um die Traglast korrekt zu berechnen und DGUV-Konformität sicherzustellen.
Fazit: So finden Sie das passende Regalsystem für Ihren Betrieb
Analysieren Sie zuerst Ihre Güterstruktur: Gewicht, Abmessungen, Handlingprozesse.
Prüfen Sie, ob eine manuelle Entnahme dauerhaft sinnvoll und effizient ist.
Achten Sie auf DGUV- und DIN-Konformität, besonders bei wachsenden Lagermengen.
Planen Sie Erweiterungspotenzial von Anfang an mit ein, um Umbauten zu vermeiden.
Ziehen Sie einen Fachberater hinzu, bevor Sie in ein System investieren.
Wir von mk-Lagertechnik begleiten Sie vom ersten Gespräch bis zur fertigen Regalanlage: mit einer Lageranalyse vor Ort, einer CAD-gestützten Planung und der fachgerechten Montage. So stellen wir sicher, dass Ihr Regalsystem nicht nur heute passt, sondern auch dann noch, wenn Ihr Betrieb wächst.



Kommentare